Montag, 18. April 2016

Der Korridor von Vasari

Das ist ein höchstbegehrtes Besuchsziel, vielleicht so beliebt, weil es so schwierig ist, den Korridor besichtigen zu können. Der Korridor ist oft zu. Der Grund dafür ist, dass man dort nur mit Begleitern gehen darf und diese Begleiter stehen nicht immer zur Verfügung der Leitung.
Organiseirt man eine private Führung mit einem Reisebüro, kostet sie sehr viel Geld. Ich habe damals nur 4 Euro ausgegeben, d.h. nur der Preis der Buchung.

Der neue Direktor der Galerie, Eike Schmidt, hat vor, den Korridor als normale Besichtigungsmöglichkeit anzubieten. Das hat in der polemischen Stadt Florenz viel Polemik entstehen
lassen.
Mal sehen, ob es Wirklichkeit wird.
Inzwischen kann ich Ihnen sagen, dass ich vor ein paar Jahren diese Möglichkeit hatte.

Auf jeden Fall kennen alle die Geschichte vom Korridor: Cosimo der Erste von den Medici brauchte einen sicheren Weg, damit er vom Palast der Regierung (Palazzo Vecchio) zu seinem privaten Palast (Palazzo Pitti)  gehen konnte. Durch den Korridor sah ihn niemand und er lief keine Gefahr.
Im Inneren ist der Korridor ziemlich kahl, er hatte eine sehr praktische Funktion. An den Wänden hängen seit mehreren Jahrzehnten die Selbstporträts von vielen vielen Malern und Malerinnen, sowohl von der Vergangenheit als auch von unserer Zeit.

Das ist z.B. ein sehr schönes Selbstporträt von der englischen Malerin Maria Cosway als sie eine junge Malerin in Florenz war



Da man in der Besichtigung begleitet wird und der Korridor einen Kilometer lang ist, muss man einen besonderen Tempo halten und man kann nicht sich in voller Ruh alle Bilder ansehen.

Was mich jedoch am besten beeindruckt hat sind die aussergewöhlichen Aussichte auf die Stadt. Etwas dass man sich normalerweise nicht vorstellen kann. Wie zum Beispiel das:




Hier sieht man die Läden auf Ponte Vecchio aus einer schönen Perspektive. Der Korridor geht auch durch die Kirche Santa Felicita (ja, die vom Post Pontormo beste Bilder) weil die Medici so an der Hl. Messe teilnahmen, ohne gesehen zu werden.