Samstag, 30. Januar 2016

Pistoia in der Toskana

Pistoia. Wer kennt schon diese Stadt? Eine der vielen Kunststädte in der Toskana, aber nicht so berühmt wie Siena oder Arezzo. Schade.
Aber 2017 wird Pistoia Italiens Kulturhauptsdt sein und diese Anerkennung wird viel bringen.

Pistoia ist mittelgross hat aber immer noch eine menschliche, friedliche und freundliche Dimension.
Sie liegt direkt am Fuss des Apennins und ca. 20 kilometer von Florenz entfernt.

Das historische Zentrum ist wunderschön, der Domplatz gilt als einer der elegantesten von ganz Italien: Dom, Baptisterium und ein Glockenturm aus dem Jahr 1000. Am Platz zu bewundern und besichtigen ist noch der Bischofspalast. Der Dom ist dem Heiligen Zeno geweiht: im Inneren bewundert man einen silbernen Altar, der ein wahres Meisterwerk der Goldschmiedekunst  ist.
Die Stadt spielte eine mächtige und selbständige Rolle im Mittelalter; ab 1351 regierte hier die Macht Florenz'.


Gleich neben dem grossen Domplatz ist der kleine Sala Platz: piazza della Sala ist der Marktplatz am Tag und der Mittelpunkt der städtlichen Movida am Abend und in der Nacht, mit vielen Restaurants, Enotheken und Lokalen wo man wirklich gut essen und trinken kann.


Von den wunderschoenen Terrakotta Fries am Ospedale del Ceppo hatte ich schon geschrieben; das alte Krankenhaus mitten in der Stadt hat keine sanitäre Funktion mehr, da ein neues ausserhalb der Stadt aufgebaut worden ist und es wird als Ausstellungszentrum eine wichtige Rolle spielen.

Ubrigens hat Pistoia verschiedene Museen, eine alte Festung, ein modernes industrielles Komplex, das als Kulturzentrum und Stadtbibliothek gilt (die ehemalige BREDA Fabrik)  und viele schlichte und elegante romanische Kirchen.

Im Juli spielt auf dem Domplatz und in der ganzen Stadt ein lebendiges, interessantes Musikfestival, das Pistoia Blues heisst; hier das Programm 2016
Also eine kleine Fahrt zu dieser Kunsthauptstadt lohnt sich sicher und nicht nur im Jahr 2017!!!!!!!!

Sonntag, 24. Januar 2016

Ein neues Museum

Die Nachricht ist, wir haben ein neues Museum.
Oder besser gesagt, ein altes Museum hat sich verändert, ist viel groesser und moderner geworden.
Ich habe das Museo dell'Opera del Duomo letzte Woche besucht: die Ubersetzung lautet Museum der Dombauhütte.
Wie gesagt kein neues Museum, aber in den letzten 5 Jahren ist es voellig renoviert worden.
Von diesem Museum koennte man sagen: alles um den Dom!
Hier wird die Geschichte der Kathedrale Santa Maria del Fiore erzählt.



Bei Opera del Duomo spielt die Bildhauerei die entscheidende Rolle. Die Meister sind Arnolfo di Cambio, Nanni di Banco, Donatello, Ghiberti und Luca della Robbia.Und natürlich Michelangelo.
Es ist ein wunderbares Museum geworden, in dem die Schoenheit der Kunstwerke wirklich hervorgehoben wird. Das Museum hat ein paar echte Meisterwerke: die Pietà von Michelangelo, die Maria Maddalena von Donatello.
Beide Statuen sind sehr wichtig und auch wohlbekannt. Man kann sie aber dank der neuen Struktur besser bewundern.
Michelangelo hat diese Pietà für sein Grab in Stein gehaut, ich mag die plastische Figur des Christus und die leidenden Gesichter der Frauen.


Aber das Spektakuläre am Museum ist der erste Saal, wo die ursprüngliche Fassade des florentinischen Doms rekonstruiert worden ist.
Diese Fassade wurde von Arnolfo di Cambio entworfen und stand bis zur zweiten Hälfte des 16. Jhs da . Sie wurde weggenommen aber eine neue wurde nicht realisiert... bis 1875. So hatte unseren Dom jahrelang eine kahle Fassade, so ähnlich wie die von San Lorenzo.


Auf jeden Fall hat man alle Statuen der alten Fassade aufbewahrt und jetzt stehen sie alle an dieser künstlichen Fassade, die den Saal Nr. 1 dominiert.
Die originellen Tore des Baptisteriums sind auch da und alle sind geputzt und poliert worden

Die Struktur des Museums ist modern und die Räume gewaltig. Meiner Meinung nach eins der besten Museen in der Stadt.

Montag, 18. Januar 2016

Die Kuppel von Brunelleschi

Ich bin schon 52 Jahre alt und lebe schon immer in Florenz.
Aber auf die Kuppel von Brunelleschi war ich noch nie aufgestiegen.
Warum weiss ich nicht.


In den letzten Jahren einfach weil die Wartezeit viel zu lang ist. Und es ist für einen/eine Florentiner/in höchst irritierend, dass man nicht seine eigene Stadt besichtigen kann. Ohne Vorrang.
Na ja.
Aber jetzt sind wir im Winter und die Touristen (nicht alle aber schon viele) bleiben zu Hause. Es ist Zeit, dass wir unsere Stadt besichtigen!
Neulich hat in Florenz das Museum der Dombauhütte (Museo dell'Opera del Duomo) neu aufgemacht. Mit einer Eintrittskarte zum Preis von 15 Euro kann man das Museum, die Kuppel, das Baptisterium, den Glockenturm besichtigen. Auch den Dom, aber der Eintritt zum Dom ist kostenlos.


Auf jeden Fall bin ich gestern hoch aufgestiegen. Die Kuppel macht am Sonntag um 13 Uhr auf, um dreiviertel zwölf stand ich da. Ein Paar Leute warteten mit uns. Der Aufstieg dauert ungefähr 15 Minuten, wenn man pausenlos 460 Stufen machen kann.


Der Gang ist eng und spiralförmig. Man kann Details der Technik von Brunelleschi entdecken, zum Beispiel wie er Backstein geordnet hat. Man kommt rasch an die Basis des Tambours und erreicht einen engee Balkon: hier kann man die Fresken der inneren Kuppel bewundern.
Die im unteren Teil sind von Vasari, die im  oberen von Zuccari.
Kommt man oben wird es wirklich eng und steil. Man kommt endlich ans Licht, ganz ganz  oben, wo die Laterne ist.
ABER:::: Die Aussicht ist erstaunlich, die Sensation auch. Die Rundungen der Kuppel stehen unter unseren Füssen wie eine verrückte Laufbahn.

Es zieht da oben. Gestern war der Himmel blau. Das schöne Licht vom Winter.