Donnerstag, 24. November 2016

Was man beim Radeln sieht


Eine Kollegin radelt jeden Tag von Zuhause zur Arbeit.
Und das sieht sie - tolle, gelbe Bäume Ginko Biloba

Ich radle jeden Tag zur Arbeit und das sehe ich



... eigentlich sehe ich aus dem Fenster.
Herbst ist wunderbar
Guten Herbst!

Donnerstag, 17. November 2016

Geheimnisvolle San Miniato al Monte

Das Heilige erleben

Der Tipp von heute ist ein Spaziergang bis zu der Kirche von San Miniato.
Wunderbarer Bau der Romanik, hat eine wunderbare Fassade und ein bezauberndes Innere.

Der Merkmal der Kirche ist ihre Lage, sie ist atemberaubend, vor allem an hellen und kalten Tagen, wo die Luft durchsichtig ist und die Farben besonders scharf (nicht wie heute, heute ist es eher trüb!!!)

Die Gemeinschaft der Mönche singt jeden Abend die Abendandacht: die Atmosphäre wird dann wirklich herausragend. Die Stimmen der Benedektiner hallen nach, die Luft zittert. 

Als ich sehr jung war, kam ich mit ein paar Freunden zu dieser Kirche. Es war Sommer und heiss. Wir hatten den langen Spaziergang aus der Innenstadt gemacht und waren müde. Wir kamen in die Kirche hinein, die Luft war kühl. Jemand spielte Orgel und die Atmosphäre war unwirklich. Das Heilige konnte man fast anfassen.
Es war eine Erfahrung, die ich noch heute spüren kann, obwohl viele Jahre vergangen sind.


Ich wünsche Ihnen auch eine so schöne Erfahrung in der Kirche von San Miniato.


Abendandacht: um 18.30 in der Krypta.

Donnerstag, 3. November 2016

1966 kam die Flut

Alluvione (die Ueberschwemmung)
In dieser Nacht aber im Jahr 1966 vor fünfzig Jahren kam die Flut auf Florenz.
Die Uberschwemmung des Arno geschah in der Nacht zwischen dem 3. und 4. November 1966, nachdem es seit Tagen geregnet hatte.

Ich war erst 3 Jahre alt und kann mich nicht an diesen tragischen Tagen erinnern.

Der Fluss überschwemmte das Stadtzentrum und einige Stadtviertel, v.a. im südlichen Teil der Stadt. Aber das, was die ganze Welt schockierte, waren natürlich die Schaden an den Kunstwerken.
Nichts wurde erspart: Baptisterium, Santa Croce, Loggia dei Lanzi, Biblioteca Nazionale, Ponte Vecchio.
Seit eher wurden einige Werke zum Symbol der Tragödie von Florenz, wie  zum Beispiel das  Kruzifix von Cimabue, das in der Kirche Santa Croce hing und vom Hochwasser zuerst zerrissen und dann angestossen wurde, sodass die Farbe abwich.


Die Zerstörung war total. Die Situation dramatisch: kein Leitungswasser, kein elektrischer Strom, keine Heizung und kein Zuhause mehr für viele, die im Erdgeschoss oder schon im 1. Stock wohnten. Die Stadt hatte die Flut nicht verhindern können, trotzdem reagierte sie energisch darauf.
Das Vermögen von Büchern und alten Kodex, die in der Biblioteca Nazionale (Nationalbibliothek) direkt an Arno-Ufer aufbewahrt war, wurde dank der Arbeit von Florentinern und anderen italienischen und ausländischen Jugendlichen gerettet. Man nannte sie angeli del fango d.h. Kotengel.
Man restaurierte auch alle Meisterwerke, die vom Wasser, Oel und Kot beschädigt worden waren: die berühmte und nahmhafte italienische Restaurierungsschule entstand nach 1966.


©-Archivio-Foto-Locchi



Das Leben der Florentiner ging weiter. Die Geschäfte machten wieder auf. Ich weiss noch, dass meine Mutter manchmal überschwemmte Bekleidung oder Wäsche kaufte: sehr preiswertige Objekte, die aber immer noch diesen unauslöschbaren Geruch hatten..

Florenz erinnert sich an die Flut von 1966 durch viele Veranstaltungen und Ausstellungen, bzw. fotografische Ausstellungen.
Ich empfehle die Ausstellung in Palazzo Medici Riccardi, mit dem Titel Firenze 1966-2016 die gerettete Schönheit: das Thema ist die dichte Verbindung zwischen der Flut und der Restaurierung anhand 30 Kunstwerken, die aus verschiedenen Anstaltungen der Stadt kommen. Vom 30. November bis 30. März.