Mittwoch, 29. Januar 2014

Die Atmosphäre in San Niccolò

San Niccolò ist wirklich kein Stadtviertel, es ist eher ein Teil der Stadt. Und so ein schöner Teil.
San Niccolò, schon wieder am linken Arnoufer.
Eine schmale Strasse, mit vielen interessanten Läden. Ich habe ein paar Schaufenster fotografiert, hier sind Künstler, Handwerker, der berühmte Clet, der Verkehrsschilder phantasievoll personalisiert..








Man geht bis zu Ende der Strasse via San Niccolò, wo man dann aufwärts hingeht, durch das Tor San Miniato Richtung Forte Belvedere, eine aussergewöhnliche natürlich von den Medici gewollte Festung.
Hier ist es noch schöner, weil die Stadtmauer noch mit Wiesen und Bäumen daneben steht .
Kleine Häuser, die aber perfekt und gepflegt aussehen. Die Gegend ist eigentlich ziemlich teuer.


Man trifft viele Ausländer aber nicht Touristen, eher Leute die hier wohnen, wie z. B. alte florentinische Damen, Familien mit Kindern oder junge amerikanische Studenten, die joggen.

Sie stehen jetzt am Fuss von dem Giardino delle Rose (Rosengarten), einem offentlichen Garten, der durch das ganze Jahr offen ist und wo man eine aussergewöhnlcihe Aussicht auf die Stadt geniesst.

Hier ist auch ein beliebtes Lokal, wo man essen kann, Fuoriporta. Nicht preiswert aber sicher zu empfehlen, nicht nur für die gute Auswahl der Weine sondern auch für die niedlichen Tischen draussen, im Sommer besonders angenehm.

Dienstag, 21. Januar 2014

Pontormo, beste Bilder

Pontormo ist mein beliebter Maler. Kennen Sie ihn? Ein Vertreter der sog. "Maniera", oder die Maler die nach dem Genie Michelangelo arbeiteten, wo das Höchste schon erreicht worden war.
Pontormo kam aus einem winzigen Ort - Pontorme - in der Nähe von einem damals kleinen Dorf, heute ziemlich grosser Stadt (Empoli). Kaum 20 Km. von Florenz entfernt.
Pontormo begegnet man in Museen (Uffizien) aber vor allem in Kirchen.
Z. B. Santa Felicita, eine bescheidene Kirche, die man auf dem Laufweg zu Palazzo Pitti sieht.  Erstaunlich, wie viele Leute diesen Weg gehen und vorbeipassen; kaum besichtigt, bleibt die Kirche fast immer leer.
Wenn Sie sie aber eintreten, können Sie dieses unglaubliche Gemälde ansehen





Es ist eine wunderbare Kreuzabnahme (Deposizione) in der Kapelle Capponi, am rechten Schiff. In die Kirche tritt man frei und es ist wirklich ein ästhetisches Erlebnis. Ich mag die Farben und die Gesichter der Personen, aber auch die ungewöhnliche Komposition der Figuren.

Aber noch schöner ist das Gemälde der Heimsuchung (Visitazione), das man in einer einsamen Kirche bei Carmignano bewundert. Die Kirche liegt auf einem Hügel zwischen Florenz und Prato.
Das Treffen zwischen Maria und Elisabeth ist wunderschön, das Gesicht der älteren Frau ist so modern.




Und natürlich - das ist auch völlig frei und unerwartet.

Ein drittes Pontormo Bild hängt ganz unauffälligerweise in der Kirche San Michele Visdomini. Die kleine Kirche ist  an einer Kreuzung zwischen via dei Servi, via dei Pucci und via Bufalini. 50 Meter vom Dom entfernt.
Das Gemälde zeigt eine Heilige Konversation unter Maria, einigen Heiligen, dem jungen Johannes dem Täufer und dem kleinen Kind Jesus.


Alle Bilder waren in der Ausstellung über Pontormo und Rosso Fiorentino im Palazzo Strozzi zu bewundern - letztes Jahr.
Pontormo wurde am 24. Mai 1494 in Pontorme, bei Empoli geboren .

Mittwoch, 15. Januar 2014

Dienstag, 14. Januar 2014

Die nähere Umgebung

Die nähere Umgebung von Florenz ist Landschaft. Schöne, herrliche, toskanische Landschaft.
Nicht überall, aber wo Hügel sind, ist es schön.
Ich finde diese Eigenschaft bezaubernd; zuerst ist man mitten in der Stadt, nach zehn Minuten Laufen erreicht man Wiesen, Strässchen, weisse Wände, die Felder vom Asphalt trennen.

Nicht weit weg von meinem Zuhause sieht man zum Bespiel diese Landschaft: und hier sind wir 500 Meter entfernt von dem Eingang des grössten Krankenhaus der Stadt, Careggi.



Ja, die Stadt hat sich verbreitet.
Aber alles, was ich so liebe: Olivenbäume, Zypressen, eine alte Villa die aus dem Grünen ragt, das findet man überall .

Man kann Florenz nicht nur wegen der Renaissance lieben, nicht nur wegen Maler, Bildhauer und Architekten, nein, auch weil die Natur hier immer noch herrscht.

Montag, 6. Januar 2014

Besuchstipp: die Medici Villa von Castello

Jede Jahreszeit hat ihr Museum. Das gilt vor allem in Florenz, das von Millionen Touristen besichtigt wird. Die richtige Auswahl kann den Besuch in dieser Stadt sehr angenehm machen, die falsche Auswahl kann entweder irritierend oder sehr anstrengend sein.
Vorausgesetzt dass Winter die beste Zeit zur Besichtigung ist, weil die Stadt nicht so überfüllt ist, an manchen Orten sind nie Massen von Touristen zu finden.
Zum Beispiel die Medici Villa von Castello.
Seit ein paar Monaten sind die toskanischen Medici Villen UNESCO-Welterbestätten geworden.


Die Villa hat die typische Schlichtheit des Renaissance-Stils, ihre Farben sind weiss und grau. Hinter der Villa befindet sich der Garten mit  freiem Eintritt.
Mein beliebter Teil des Gartens ist der italienische, mit geometrischer Struktur; dort sind viele Pflanzen und viele Zitronen- und Orangenbäumen. Die Medici liebten die Zitrusfrüchte und haben mit diesen Pflanzen auch neue Sorten versucht bzw. eingepropft.
Hier bei der Villa sind noch viele wunderschöne Exemplare von Zitrusfrüchten zu bewundern, die im Winter im Wintergarten zum Schutz bleiben.


Die Gärtner brauchen einen ganzen Monat, um alle Pflanzen aus dem Wintergarten herzuholen.

Ich mag diesen Garten und den hinterliegenden wilden oder romantischen Park. Es ist wirklich ein Ort der Schönheit.


Die Villa ist der Sitz von der alten und wertvollen Accademia della Crusca, einer alten Sprachgesellschaft, einer Institution, die die italienische Sprache unter der Lupe hat, sie beobachtet und beschreibt und schutzt.
Die "Crusca" hat also eine eigene lange Tradition und in der Villa findet man immer noch Spuren von dieser Tradition, wie z.B. die Spaten mit den Symbolen von den verschiedenen Cruscanti, d.h. den Teilnehmern der Akademie.



Ein guter Tipp: die Villa kann man einmal im Monat besichtigen. Am ersten Sonntag jeden Monats sind um 10 - 10.30 - 11 - 11.30 -12 Uhr geführte Besichtigungen für kleine Gruppen da.

Man muss reservieren; der Besuch kostet € 5; Reservierungen per e-mail an
accademiadellacrusca@cscsigma.it (die Cooperativa Sigma ist eine Genossenschaft für kulturelle Dienstleistungen).

Die Villa di Castello ist ungefähr 25 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Man erreicht sie mit dem Bus 28 oder 2 .

Donnerstag, 2. Januar 2014

Ein gutes neues Jahr und Tipps zum Essen

Ja, 2014 ist da und natürlich hoffen wir alle, es wird ein super gutes Jahr sein!
Hoffentlich das Jahr, in dem Sie nach Florenz fahren!

Heute erhalten Sie von mir den ersten Restaurantstipp. Sie sollten wissen, dass ich Vegetarierin bin, also von mir erfahren Sie nie, wo man die beste bistecca alla fiorentina (Steak) isst.
Viele sagen, in Italien isst man überall sehr gut; es kann sein.  Doch in einer touristischen Stadt wie Florenz kann man auch nicht so tolle Erfahrungen haben.

Mein Tipp ist zur Buchhandlung BRAC. Ein sehr netter Ort in der Innenstadt, wo man Bücher verkauft und essen kann.
BRAC ist in der via dei Vagellai (am rechten Arnoufer) nicht weit weg von Palazzo Vecchio. Die Strasse ist eng und das Lokal hat kein Schild, also die Hausnummer ist grundsätzlich. Es ist auch ziemlich klein und normalerweise ist es besser einen Tisch zu bestellen.


Italiener essen ab 20.30 Uhr zu Abend, wenn Sie früher gehen, haben Sie dann kein Problem.
BRAC ist den ganzen Tag geöffnet, man kann dort frühstücken, schnell zu Mittag essen, Tee bzw. Kaffee trinken usw.
Am Abend ist aber die grösste Atmosphäre dort. Ambiente ist sehr besonders, mit kleinen Tischen am Hof - einem winzigen Hof - und das Kerzenlicht am Tisch.
BRAC hat nur vegetarische Gerichte. Man kann à la carte oder die gemischte Platte essen. Ich nehme immer die gemischte Platte (piatto unico) sie besteht aus drei Gängen: Salat, Reis oder Pasta, einem Gericht mit pane carasau (einem sardischen flachen Brot, sehr wechselhaft).

Diese Platte ist sehr gut und kostet 12 euros. Hier finden Sie auch Wein (nicht unbedingt eine Flasche, auch ein Glas) und Bier.

Sollte ich BRAC bezeichnen
gute Atmosphäre
gutes Essen
gute Preise

via dei Vagellai 18, Firenze