Montag, 23. März 2026

Jahresbeginn

Bis 1750 begann das Jahr am 25. März. Diese seltsame Tradition der Stadt Florenz hat natürlich einen religiösen Ursprung: am 25. März ist Mariä Verkündigung durch den Engel, sozusagen der Anfang der Heilsgeschichte durch Jesus.


Zit. Wikipedia: Verkündigung des Herrn ist von Weihnachten abgeleitet, das neun Monate danach gefeiert wird, und hat adventlichen Charakter. Das Fest der Verkündigung galt in Europa mancherorts lange Zeit als Jahresbeginn.



Beato Angelico, Annunciazione


Auf Italienisch heisst Annunziata angekündigt und diesem Ereignis ist die Basilika Santissima Annunziata gewidmet. Und in der Stadt zeigen viele wunderbare Gemälde und Fresken diese Szene. Das schöne Fresko hier drauf ist von Beato Angelico, im Museo San Marco.

Die Kirche steht auf einem der schönsten Plätze der Stadt, eben piazza Santissima Annunziata.

Dort kann man nicht nur die Basilika sondern auch das wunderbare, im Renaissance-Stil aufgebaute Spedale degli Innocenti von Filippo Brunelleschi besuchen und bewundern.

In der alten Zeit und zwar am 25. März kamen in die Stadt die Verkäufer/innen aus der Umgebung. Der Markt von Santissima Annunziata ist iheutzutage sehr klein, nur ein paar Stände, die Süssigkeiten verkaufen.



Nehmen Sie aber diesen kleinen Tipp an: kaufen Sie an einem Stand die Brigidini. Es sind eigentlich typische Süssigkeiten für die  Strassenmärkte. Brigidini sehen wie chips aus, sind aber süss und schmecken nach Anis. Ich mag sie unheimlich und kann sie nicht widerstehen. 

Lecker!









Samstag, 21. März 2026

Parco di Pratolino, ein nicht ganz verlorenes Wunder

Wie oft und wie eng sind Natur und Kunst in Florenz und in der Toskana miteinander verbunden.
Es ist auch der Fall von dem Medici Park von Pratolino, auch Demidoff Villa gennant.
Eine Neuigkeit erwartet Sie, wenn Sie bis zum Ende lesen!

Der Park befindet sich an der via Bolognese entlang, d.h. die Strasse die Florenz und Bologna verbindet. Die via Bolognese startet schon in Florenz, am Rande der Innenstadt und führt ausserhalb der Stadt, zuerst in einer schönen, ländlichen Gegend mit vielen Villen und Olivenbäumen, dann erreicht die Strasse das Gebiet von Mugello, auch sehr grün auf den Abhängen des Apennins und dann die Berge und jenseits der Berge ist es nicht mehr Toskana sondern Emilia Romagna und dort ist Bologna.

Nimmt man die via Bolognese in Florenz, erreicht man den Parco di Pratolino nach ungefähr 15 Minuten Fahrt. Hat man kein Auto dabei, fährt man mit dem Bus nr. 25, der aber nicht so oft fährt, man sollte sich gut über die Fahrzeiten erkundigen.

Zuerst will ich klar machen, in diesem Park war früher eine Medici Villa und seit 2013 gehören alle Medici Villen der Toskana der Kulturerbschaft von UNESCO.
Im Fall Pratolino ist von der ürsprunglichen Villa nichts übrig geblieben, nur noch  der Park und einige interessante Gebäude und Kunstwerke sind da.


Die Villa war ein Projekt von Francesco I dei Medici, er wollte ein Liebesnest, einen wunderschönen und prachtvollen Winkel  für seine offizielle Geliebte Bianca Cappello und für sich.
Die Villa war von einem wundervollen Park umgegeben sein, etwas so fabelhaft wie noch nie gesehen.

Buontalenti, der grossherzogliche Architekt, plante einen prachtvollen grünen Park, wo Wasser eine grundsätzliche Rolle durch Brunnen, Teiche, Wasserspiele spielte. 
Wasser galt als Symbol und Leitmotiv des Parks.
Im Park waren viele Kunstwerke: eine Kapelle, die Buontalenti selbst zeichnete, Statuen, Höhlen, Alleen.
Der Bildhauer Giambologna wurde beauftragt, einen riesigen Brunnen zu entwerfen, das Thema war eine überdimensionale Statue von einem alten Mann, der den Apennin darstellt. 
Der Riese, Appennino oder auch Gigante gennant,  ist noch da. Er dominiert einen Teich, wo im Frühling Seerosen blühen.



Wie gesagt, es steht keine Villa mehr. Nach dem Verfall der Familie Medici wurde Pratolino vernachlässigt, und die Lothringer, die neuen Herrscher von Florenz, liessen sie niederreissen. Die letzten Besitzer waren die russische Familie Demidoff, die in Florenz viele Besitze hatten.
Sie kauften das Grundstück und errichteten eine kleinere Villa aus einem Gebäude, wo ursprünglich die Pagen wohnten (Paggeria oder Villa Demidoff).

Heute fährt man gern nach Pratolino, weil es dort so schön, so grün, so prachtvoll ist.
Der Eintritt ist frei, der Park macht auf nur am Wochenende und nur vom 3.April bis Ende Oktober. 



Abgesehen von der Natur, die man noch einfach geniessen kann, es ist heutzutage nicht einfach sich vorzustellen, wie alles früher ausgestattet war.
Am besten sollte man den Park Pratolino mit einem Führer besuchen, der uns erzählt wie es alles war; wie gesagt, man kann noch die absolute Schönheit der Gegend geniessen, uralte Bäume sind da. Weite Wiesen. 





Freitag, 6. März 2026

Gründonnerstag

Heute ist der Gründonnerstag: ein Tag der Traditionen kurz vor Ostern.

Religiös gesehen wird eine sehr traditionsreiche Messe zelebriert, in der man an das Abendmahl von Jesus erinnert wird und wo der Priest 12 Personen die Füsse wäscht.


In der Nacht bleiben die meisten Kirchen auf und es ist möglich, individuell vor einem Altar, auf dem das Leib Christi ausgestellt ist, zu beten.

Kulinarisch gesehen isst man in Florenz das saftige, süsse Pan di ramerino. Es ist ein süsses Brotchen mit viel Sultaninen und mit einem leichten Duft von Rosmarin; eigentlich ist ramerino die toskanische Variante von rosmarino.

Sie finden es beim Bäcker oder in den Konditorein.



Mittwoch, 21. Januar 2026

Karneval in Florenz?

Das ist ein Post über eine Tradition, die in der Vergangenheit auch hier in Florenz sehr lebhaft war, denn in den Wochen vor Fastzeit hat man überall in Italien Carnesciale (den alten Namen für Carnevale)  gefeiert.
In unserer Zeit ist die Tradition eher etwas für die Kinder, die sich gern verkleiden.

Das Programm in der Stadt ist schon fertig: Vorgesehen ist ein Umzug der Masken am Sonntag. 1. Februar, um 14 Uhr. Treffpunkt Piazza Santa Maria Novella aber der Umzug geht durch die ganze Innenstadt. 

Zu Fasching lohnt es sich übrigens, hierherzukommen, weil es Low Season ist - Florenz im Januar/Februar ist ein Geheimtipp und die Vorteile der Stadt im Winter werden in diesem Post beschrieben.

ph. Valdarnopost.it

In der Region sind aber einige Ortschften, in denen Karneval ein erfolgreiches Ereignis ist.
Zum Beispiel  feiert man in Viareggio den berühmtesten Karneval der Toskana; im Februar kann man die vielen, grossen  und bunten Karren bewundern. Der Symbol von diesem Karneval ist eine Figur, die Burlamacco heisst; er sieht so aus



Viareggio liegt am Meer ungefähr 90 Km von Florenz entfernt und hier finden Sie die Daten für die nächsten Züge:

Sonntag 1. Februar um 15 Uhr
Samstag 7.. Februar um 17 Uhr
Gründonnerstag 12. Februar um 17 Uhr
Sonntag 15. Februar um 15 Uhr
Faschingsdienstag 17. Februar um 15 Uhr
und grosses Ende am 21. Februar um 17 Uhr



Weitere Karnevalstraditionen in Foiano della Chiana, einem Dorf nicht weit weg von Arezzo, zu finden.
Zu empfehlen auch der Karneval von Castiglion Fibocchi: wenn Karneval für Sie eine Welt der geheimnisvollen Masken, wie in Venedig ist, dann sollten Sie dorthin fahren und die Atmosphäre geniessen. Die Feiertage tragen den Namen Carnevale dei figli di Bocco
Das Programm in Castiglion Fibocchi:
Sonntag 1. Februar
Sonntag 8. Februar

Sowohl in Viareggio als auch in Castiglion Fibocchi ist eine Eintrittskarte vorgesehen.

www.carnevaledeifiglidibocco.it



Und was ist noch im Karneval wert?  Sicher das Essen. Eine kulinarische Tradition zu dieser Zeit haben wir, selbstverständlich!
Zu dieser Zeit findet man in Bäckereien und Konditoreien die leckeren und typischen Kekse und Kuchen des Karnevals.

Typisch für Florenz ist die sog. schiacciata alla fiorentina. Ein flacher Kuchen, sehr weich mit einem leichten Orangengeschmack und dick mit Puderzucker bestaubt. Eine Lilie, das Symbol von Florenz, steht oft oben drauf.
Die schiacciata ist nur in diesen Wochen zu kaufen und ich mag sie sehr.




Typisch sind auch diese fritierten Kekse die cenci heissen. In Deutschland habe ich einmal etwas sehr ähnlich gegessen, den Namen weiss ich aber nicht mehr.
Cenci bedeutet Lappen; und tatsächlich sehen die aus wie unregelmässige Stoffbänder. Man findet sie auch in anderen Regionen aber immer unter anderen Namen (frappe oder chiacchiere).


Und die letzte Erwähnung gilt für die frittelle di riso d.h. Reis-Rumrosinenpuffer, die einfach super lecker sind. Am besten schmecken mir die von Pasticceria Nencioni, via Pietrapiana im Viertel Sant'Ambrogio. Hier findet man auch frittelle di mele, fritierte Apfelscheiben..

UNBEDINGT zu probieren!!





Donnerstag, 15. Januar 2026

Die hübsche Eleonora, Herzogin der Toskana

Eleonora di Toledo war die zweite Tochter des Vicere von Neapel, der im Namen von Karl V. regierte. Sie war erst 16 Jahre alt, als sie den Herzog der Toskana, Cosimo I. dei Medici heiratete. Nicht nur war sie sehr jung, wahrscheinlich sprach sie auch kein Italienisch.

Eleonora kam nach Florenz durch Pisa im Juni 1539. Das Paar wohnte zuerst in Palazzo Medici, dann in Palazzo Vecchio: hier sind Eleonoras Privatquartiere zu bewundern, die extra für sie und von ihr bestellt wurden.

Es war eine glückliche Ehe, obwohl sie aus politischen Gründen organisiert worden war. Cosimo hochschätzte seine Braut und hat immer nach ihrer Meinung zu vielen staatlichen Themen gefragt. 

Das Leben im mittelalterlichen Palazzo Vecchio gefiel Eleonora nicht, sie suchte etwas gemütlicheres, so dass sie einen Palast am linken Arnoufer, Palazzo Pitti kaufte hier zog die ganze Familie mit dem ganzen Hof um. Vor allem wünschte sie sich einen grossen Garten bzw. Park, wo ihre Kinder sich frei bewegen konnten: dieser grüne Raum ist der Giardino di Boboli.

Zum Thema Kinder: Eleonora und Cosimo hatten 11 Kinder, viele starben vor ihrer Mutter. Wir kennen sie durch die Porträts, die von Eleonora bestellt wurden: die meisten wurden von dem Hofkünstler Bronzino gemalt und es war im XVI. Jh nicht so üblich, dass kleinen Kindern ein Bildnis gewidmet wurde.

Einige dieser Gemälde sind in den Uffizien ausgestellt, sowohl die Mutter mit dem Kind als auch die Kinder allein: Garzia, Giovanni, Maria, wir haben das Gefühl, dass wir diese Kinder kennen.



Das Porträt von Eleonora mit dem kleinen Giovanni von Bronzino ist für mich ein bedeutungsvolles Gemälde, das viele Erinnerungen mit sich bringt. Mein Privatleben ist irgendwie mit diesem Bild verbunden und ich habe es sehr lieb, obwohl es nicht mein Lieblingsgemälde ist.




Dienstag, 6. Januar 2026

Es schneit

Florenz liegt in einem Tal und Schnee gehört nicht zu unserem Winter. 
Wenn es schneit, geht die Stadt völlig KO, die Leute können nicht richtig fahren, die Strassen werden nicht geräumt : man wünscht sich ehrlich gesagt keinen Schnee in der Stadt.

Ausserhalb ist es aber anders. Eineinhalb Stunden Autofahren von Florenz entfernt findet man Abetone, einen Skiort auf den Apenninen: in diesen Tagen total verschneit. Viele Pisten stehen zur Verfügung. Damit Sie direkt prüfen können, wie es in Abetone verläuft, gebe ich meinen Lesern die URL von der Webcam

Bleiben wir aber lieber bei Florenz: es passiert oft, dass es auf den angrenzenden Hügeln und Bergen  schneit.
Wie heute (den 6. Januar), wo es in der Stadt regnerisch und kalt war aber alles herum Schnee zu sehen war.

Hier finden Sie zwei Tipps, um die Winteratmosphäre am meisten zu geniessen: maximal eine Stunde Autofahrt von Florenz entfernt.



Monte Secchieta ist ein Berg, der bei 1400 Mt. liegt; als ich ein Kind war, gab es sogar Lifte und Skiloipen. Das Klima war auch anders, heute schneit es viel seltener.
Die Höhe erreicht man von Vallombrosa, einer rieseggrossen Abtei am Fuss des Berges und mitten in einem dichten Wald.

Vallombrosa ist auch im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel, besonders wenn es in Florenz zu heiss ist.
Auf dem Berg Secchieta gibt es an diesen Tagen viel Schnee (jetzt, wo ich schreibe und hier regnet, schneit es dort ganz sicher).
Ich war vor kurzem da oben beim Wandern, der Tag war hell, die Aussicht auf Casentino wunderschön. Die nackten Bäume hatten wie Stickereien auf den Aesten. Wunderbar.



Ein zweites Ausflugsziel ist das Kloster von Montesenario, das an der Spitze eines Berges liegt und wo es oft schneit.

Schnee hat immer seine Charme. Die Gegend ist wie bezaubert, die Bäume sehen so majestätisch aus.
Das Kloster ist sehr alt und sehr einsam, ein dicker Wald umringt es. Im Mittelalter wurde diese Gegend von einem frommen Mann gewählt als Ort, wo er zusammen mit anderen 6 Männern einsam und von der Welt zurückgezogen leben konnten.

Die kleine Gruppe wurde dann zu einem Orden - Servi di Maria - in Florenz sehr bedeutungsvoll, sie haben auch die Kirche von Santissima Annunziata mitten in der Stadt.

Hier sehen Sie die Tannen und die schöne Atmosphäre vom Wald, wo man wandern kann.



Wenn heiter ist eine Aussicht möglich: von der einen Seite blickt man auf Fiesole, von der anderen auf Mugello.


Endlich Schnee

Es ist einer der mildesten Winter soweit. Nie besonders kalt, sehr sonnig und auch regnerisch. Aber in den letzten Tagen ist es wirklich kalt geworden und endlich hat man das Gefühl: Oh, da ist Winter!

In Florenz schneit es fast nie (Sie können auch diesen Post lesen) aber auf den Hügeln und Bergen, die um die Stadt sind, hat es geschneit.

Will man also ein bisschen Schnee erleben, kann man 30 bis 40 Minuten fahren und da ist die Landschaft bezaubert!



Eine Möglichketi ist auf Secchieta zu fahren, das liegt im NordOsten, ein kahler und windiger Berg (1500 Mt. ), wo es immer mit galaverna bedeckte Bäume zu bewundern sind.

Kennen Sie galaverna? Es ist wie eine Stickerei aus Schnee und Eis; es entsteht wenn es kalt und windig ist und ehrlich gesagt - es ist ein wahres Wunder. Für galaverna kann ich keine deutsche Ubersetzung finden...)





Secchieta erreicht man aus Florenz wenn man Richtung Reggello- Vallombrosa fährt, und dann bergauf; zu Fuss kann man auch den Pratomagno erreichen.

Jahresbeginn

Bis 1750 begann das Jahr am 25. März. Diese seltsame Tradition der Stadt Florenz hat natürlich einen religiösen Ursprung: am 25. März ist Ma...