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Samstag, 5. September 2026

Wundermonat September

September ist ein schöner Monat hier bei uns in Florenz. Das Wetter ist normalerweise noch gut und  immer noch sommerliche Tage sind zu geniessen; gleichzeitig fühlt man sich ein bisschen traurig, weil der Winter annähert.  

Viele meinen, das Jahr würde tatsächlich im September und nicht am 1. Januar anfangen.
Wie wahr!
Aus dem Urlaub zurück, entspannt und fit zurück zur Arbeit, der Joballtag fängt an.
Wenn man einen Kurs oder eine Aktivität anfangen möchte, ist jetzt die Zeit, wo man sich das eigene ganze Jahr plant.

Ein Spaziergang auf dem Land ist in dieser  Zeit sehr empfohlen. Die herbstlichen Farben sind schon zu erkennen. Die Natur schenkt uns Früchte und zwar grosszügig: beim Wandern kann man einfach Brombeeren oder Feigen vom Baum pflücken.

Auch die Weinlese gehört zu Ende August/Anfang September. Die Trauben sollte man aber nicht klauen, die gehören zu landwirtschaftlichen Betrieben!!  
Oliven dagegen erntet man im Oktober/November.
Ubrigens ist es auch Zeit für schiacciata con l'uva den leckeren Kuchen, den ich hier beschreibe..



 



Donnerstag, 10. November 2022

Eine Wanderung von Lucca nach Pisa

Es gibt immer Neues zu entdecken in meiner Region. Gerne erzähle ich von wunderschönen Landschaften und Sehenswürdigkeiten, wie die  Wanderung, die ich neulich gemacht habe und zwar von Lucca nach Pisa die alten Wasserleitungen entlang.

La via degli Acquedotti (der italienische Name) ist ein Wanderweg mit Schildern und vielen Wegzeichen, die so aussehen:


Die Wanderung kann sowohl in Pisa als auch in Lucca anfangen; ich bin mit dem Zug aus Florenz nach Lucca gefahren (1 Stunde 19 Minuten) aber umgekehrt ist es auch möglich.
Man wandert die Wasserleitung entlang, die grosse Arkaden hat und aus dem 19. Jh. stammt.
Der Zweck der Wasserleitung war, gutes Wasser von den Hügeln in die Stadt zu führen.

Die gesamte Wanderung ist 24 Km. lang, man braucht ungefähr 8 Stunden: der Weg ist zum grossen Teil flach, wenigstens in der Nähe der beiden Städten, man muss aber die Berge besteigen, die zwischen den zwei Städten stehen, die sog. Monti Pisani. 
Wenn man will, kann man in Vorno unterbrechen: das ist ein schönes Dorf, mit einer alten Pievekirche und vielen historischen Villen. So wird die Wanderung zu einem 2-Tage-Weg.

Die Landschaft ist wunderbar, vor allem, wo der Herbst alles gelb färbt, oder auch im Frühling beim Auftritt des Grünen.

Als alles aufgebaut wurde, hat man dem öffentlichen Bauwerk ein monumentales Aussehen gegeben, so dass es als Sehenswürdigkeit wirkt: zum Beispiel sehen die verschiedenen Zisternen wie Tempel oder Kirchen aus und selbst die Arkaden sind sehr imposant. 
Das Aquädukt von Lucca wurde vom Grossherzog der Toskana im 19. Jahrhundert aufgebaut.







Am faszinierendsten ist aber ein Ort, wo das Wasser in kleine Wasserfällen geleitet und dann kanalisiert wird; dieser einsame Ort heisst Le parole d'oro (die goldenen Worte, ein toller Name, was?).
Hier ist alles grün und ruhig und schön: le parole d'oro liegt am Fuss des Berges.
Die Bäume sind typisch mediterran (das Meer liegt hier nur wenige Kilometer entfernt) : Pinien, Erdbeerbäumen (mit reifen Früchten drauf!), Zypressen aber auch Kastanienbäume gibt's viele und Kastanien, die man pflücken kann.

Auf der pisanischen Seite ist das Aquädukt viel älter: ein Werk der Medici, bzw. des Grossherzogs Cosimo I. das bedeutet, die Leitungen stammen aus dem 16. Jh: elegant und imposant aber leider auch nicht so gut aufbewahrt.

Trotzdem ist die Wanderung an der schönen Landschaft sehr faszinierend: wandert man den Berg runter, dann liegt das Meer vor uns, das man nur von oben sehen kann.

In kaum eine Stunde erreicht man vom Dorf Asciano die Stadt Pisa.
Könnten wir den berühmten Domplatz mit dem schiefen Turm verpassen? Natürlich nicht!!!



Mittwoch, 13. April 2022

Der Götterweg - Via degli Dei. Eine Wanderung für den Frühling

Mein Urgrossvater wohnte nicht in Florenz und nicht in der Toskana. Er war Bauer und stammte aus Monghidoro, einem kleinen Dorf auf den Apenninen zwischen Toskana und Emilia Romagna. Als kleines Kind habe ich ihn kennengelernt, er war damals 90 und kam nicht mehr nach Florenz zu Fuss.
Früher aber als er ein noch junger und kräftiger Mann war, lief er diese Strecke von 70 Kilometern zu Fuss. Er brach früh am Morgen auf und kam abends in die Grossstadt Florenz an.

Viele Jahre später ist der Wanderweg Bologna-Firenze als Götterweg oder auf Italienisch Via degli Dei sehr berühmt geworden.
Mit einer Gruppe Freunden und Freundinnen bin ich auf den Weg gelaufen: aus Florenz haben wir mit dem Zug Bologna erreicht und nach vier Tagen Wanderung sind wir in San Piero a Sieve, in der Gegend Mugello angekommen.
Der ganze Weg erreicht zwar Florenz aber dazu braucht man wenigstens einen weiteren Tag: es lohnt sich sicher aber bei mir sah es so aus, zuerst hatten wir nicht so viele freie Tage und zweitens ist diese letzte Strecke uns Florentinern wirklich sehr bekannt.

Die Wanderung fängt praktisch direkt auf dem Domplatz von Bologna - piazza Maggiore - an.
Hier erkennt man schon viele Wanderer. Zu Fuss in der Innenstadt erreicht man die Logen von dem Korridor, der bis hoch auf die Kirche von San Luca führt.


San Luca ist eine barocke Kirche auf einer Höhe, die für die Bologneser als Wallfahrtsziel in der Vergangenheit galt.
Nach San Luca geht die wahre Wanderung los, in die Natur und ins Grüne. Zuerst durch einen Stadtpark und dann am Fluss Reno entlang.


Die Etappen des Weges sind verschiedene, man kann sie so gestalten, wie man will.
Wir hatten beschlossen, jeden Tag ca. 22 Kilometer zu laufen.
Die Landschaft ist rural, hohe Berge gibt's hier nicht. Man geht durch Dörfer und Felder und man geht an Trattorie vorbei, wo man gut essen kann. Zur Ubernachtung sind viele B&B oder Agriturismo am Rande des Weges.
Im Frühling ist die Landschaft idyllisch, v.a. weil alles grün ist.
Die Bäume blühen später als bei uns in der Stadt; aber die Berge im Hintergrund haben noch Schnee drauf.
An der regionalen Grenze zwischen Emilia Romagna und Toskana ist das Panorama besonders schön. Auf der linken Seite erkennt man Monghidoro, das Dorf meiner Urgrosseltern, das inzwischen zur kleinen Stadt geworden ist.


Hier ging während des 2. Weltkriegs die sog. Gotenstellung. Ich zitiere Wikipedia:
Gotenstellung war im Zweiten Weltkrieg in Italien der deutsche Name jener befestigten Linie (engl.Gothic Lineital.Linea Gotica), die die italienische Halbinsel auf der Höhe von Massa-Carrara und Pesaro abschnitt. Sie erstreckte sich über eine Länge von 320 Kilometern und erreichte eine Tiefe von bis zu 30 Kilometern. Nördlich dieser Linie standen deutsche Truppen, während vom Süden die britischen und US-amerikanischen Truppen mit ihren Verbündeten die Stellungen zu durchbrechen versuchten. 

Viele Kriegserinnerungen sind mit diesen Orten verbunden. Die Geschichte ist aber auch anwesend, weil man auf einer Strecke Via Flaminia Militare, also auf einer römischen Strasse wandert. Es ist schon sehr erregend, seine eigenen Füsse auf Steine zu legen, die die Römer in diesen Wäldern hingelegt haben!



Eine bedeutende Etappe ist der Futapass oder Passo della Futa, der Emilia Romagna und Toskana trennt. Dort ist die Lage besonders panoramisch, weil man das toskanische Tal von Mugello erblickt und auch den grossen Stausee lago di Bilancino.
Oben am Pass ist ein wichtiges Denkmal, das viele Deutsche kennen, es ist der Deutsche Soldatenfriedhof. Das Denkmal hat die Leichen von 30.800 Gefallenen des Krieges seit 1948 beherbergt. Es ist imposant.

Unsere Gruppe hat den Friedhof am 25. April erreicht: an diesem Tag feiern wir in Italien die Befreiung von Nazi-Faschismus. Es war so wirklich bedeutend,genau an diesem Tag an dieser Stelle zu sein, die als Mahnung zum Frieden errichtet worden ist.


Nach dem Futapass ist man in der Toskana und die Landschaft wirkt familiärer. Noch zwei Etappen führen bis nach Florenz. Zuerst geht man aber durch die grünen Täler von Mugello, die wirklich sehr beruhigend wirken.
Sant' Agata ist das kleine Dorf, das man zuerst erreicht. Eine wunderschöne romanische Kirche steht mitten auf dem Platz.
Olivenbäume sind überall zu finden, das Grün ist noch grüner.



Montag, 25. Februar 2019

Osterferien mal anders in der Toskana

Was haben Sie an Ostern vor?
Ein Wanderurlaub in der Toskana wäre nicht schlecht, oder?
Das ist ein Vorschlag zu Ostern, am 21. April in diesem Jahr 2019.
Walk in Italy (von dem ich schon geschrieben habe, es ging damals um Sardinien) bietet eine 6-tägige Wanderung im Süden der Toskana inkl. Giglio Insel. Die Gegend im allg. heisst Maremma und ist eine sehr authentische, sehr rauhe aber extrem schöne Agrarlandschaft.


Die Tour startet in Capalbio, einer Ortschaft an der südlichsten Grenze der toskanischen Küste; von dort wird dann Sorano erreicht. Dieses uralte Dorf - wie viele andere in der Gegend - hat etruskische Herkunft: von dort beginnt die sog. Via Cava, ein erstaunlich  ganz tief im Tufstein ausgegrabener Pfad. Eben von den Etruskern ausgegraben.
Die Wanderung erreicht dann Pitigliano, eine Stadt völlig aus Tufstein; die Geschichte von dieser Gegend ist sehr besonders, Pitigliano galt jahrhundertelang als sichere Stadt für Juden und es gab hier eine grosse jüdische Gemeinschaft.



Die Gruppe wird dann Manciano erreichen, eine kleine Stadt am Fuss des Monte Amiata. Wieder in Capalbio, wird dann der Spaziergang Ansedonia mit Cosa, Orbetello und weitere uralte und interessante Ortschaften einschließen; das Ziel ist das Kap Argentario, das in die Tyrrhenische See  hinausragt und das der Ausbruch Richtung Giglio Insel ist.
Auf der Insel setzt der Urlaub fort, mit einer kurzen aber sicher reizvollen Badepause auf dieser wunderbaren Insel des Toskanischen Archipels.



Na, haben Sie mal Lust, diese neuen Fleckchen der wunderschönen Toskana mal zu entdecken?
Dann besichtigen Sie die Webseiten von Walk in Italy


Mittwoch, 25. April 2018

Grün, grün, grün sind alle meine Felder

Ende April. Die Temperaturen sind schon sommerlich, es ist aussergewöhnlich warm. Oder vielleicht sollte man denken, dass sowas nicht mehr aussergewöhnlich ist und sein wird - der Planet wärmt sich auf.

Auf jeden Fall hat Frühling aufgebrochen und es ist wunderbar.
Alles grünt: Gras, Weizen, Heu.
Alles scheint.
Ich würde an diesen Tagen nur auf dem Land spazierengehen, ich würde nur im Freien sein und aufatmen.

Die Temperatur ist hoch aber die Luft ist frisch, nicht so brennend wie im Sommer.

Ich habe alle möglichen Tage ausgenutzt und habe wirklich schöne Landschaften gesehen und genossen.
Letzten Sonntag war ich auf den Hügeln der Valdera (in der Nähe von Volterra) und heute in der Nähe von Rufina.

Ich zeige ein paar Bilder. Nehmen Sie die Gelegenheit, wenn Sie vorbei fahren!





Dienstag, 9. Mai 2017

Insel Elba

Die Deutschen brauchen keinen Hinweis auf Insel Elba. Sie kennen sie sehr gut.

Ich habe aber immer noch die Aussichten und die Farben vor den Augen. Ein langes Wochenende beim Wandern auf der grössten Insel des toskanischen Archipels habe ich kurz hinter mir.



Auf der Insel ist ein Netz von Wanderwegen darunter den sog. GTE. Total zu empfehlen, wenn Sie gern wandern.GTE überquert die ganze Insel von Cavo bis Marciana.


Zu dieser Zeit ist die Insel in voller Blüte und grün wie sonst nie. Die Sonne scheint aber es ist nicht heiss; manchmal regnet es aber es dauert kurz. Eine Pause am  Strand ist immer möglich.


Wanderkarten von Insel Elba findet man auch hier in Florenz;  der höchste Berg ist Monte Capanne, 1080 Mt. ein kleiner Berg aber wenn man bei 0 Meter a.M.O anfängt zu wandern, dann kann es wirklich anstrengend sein.



Sonntag, 3. April 2016

Frühlingserwachen auch auf den Apenninen

Frühling ist aufgebrochen!
Nicht nur sind die Tage viel länger, die Luft ist süß und das Licht ist heller: die Temperaturen sind höher als sonst und alles zittert und bebt auf das neue Leben.
Die Lust zum Aufbrechen ist auch gross, aber für mich ist es noch nicht Urlaubszeit und vor allem galten die Regeln gegen die Ausbreitung des Coronavirus: nicht ausgehen.
Jetzt ist eine bestimmte Lockerung da und etwas ist schon erlaubt worden: zum Beispiel darf man Sport treiben und das auch ausserhalb der Stadt.
Am Wochenende habe ich mir eine kleine Wanderung geleistet.

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Heute zum Beispiel bin ich ins Gebirge gefahren, bzw. das Gebirge, das hier am nächsten ist: die Apenninen. Sie haben eine antike Schönheit, es gibt viele Berge zwischen der Toskana und Emilia Romagna, von Florenz nur 50 Kilometer entfernt.


Heute war die Temperatur wirklich warm, beim Wandern und in der Sonne hat man richtig geschwitzt.
Der Wald knall vor Grün, auf Wiesen sind überall Blümchen.

Ab und zu blüht weiss auch der Brombeerstrauch. Viel zu schön. Die Gegend hier ist in der Nähe von Passo della Colla zwischen Ronta und Palazzuolo sul Senio.



Wundermonat September

September ist ein schöner Monat hier bei uns in Florenz. Das Wetter ist normalerweise noch gut und  immer noch sommerliche Tage sind zu geni...