Montag, 28. September 2015

Museo Stibbert

Ich war Kind in den späten 60er Jahren. Kindermuseen gab es hier keine, auch keine Aktivitäten für Kinder in den Museen.
Doch das erste Museum, das ich in meinem Leben besichtigt habe, war das Stibbert Museum, das zufällig auch in unserem Viertel lag.
Das Museo Stibbert war zu der Zeit für Kinder geeignet, weil man dort ungewöhnliche Sachen bewundern konnte. Also keine langweiligen Gemälde sondern wunderbare Exponate und Spuren von weiten Welten.
Ich weiss noch die grosse Uberraschung, als ich den Saal mit dem Ritterzug eintrat. Es schien mir wie ein riesiger Raum, wo mittelalterliche Figuren wie Zeugen aus der Vergangenheit standen.

Museo Stibbert- der Ritterzug


Das Museum ist sehr, sehr besonders und ist wirklich ungewöhnlich. Die Villa war das Haus von Frederick Stibbert, dort hat er ein ganzes Leben lang Kunstgegenstände und Harnische aus der ganzen Welt gesammelt.

Wer war Friederick Stibbert? Er gehörte der grossen Gemeinschaft der Anglo-Florentiner, die gegen Ende des 19. Jh. in Florenz wohnten. Die Stadt war damals Mode. Frederick war eine perfekte Mischung aus italienischer und englischer Kultur, seine Mutter war Italienerin, sein Vater Engländer. Schon als junger Mann hat er begonnen, Harnische und Waffen der Vergangenheit zu kaufen und zu sammeln.
Die Exponate, die man hier bewundern kann, stammen aus dem 16. und 17. Jh.
Sogar der Harnisch von Giovanni dalle Bande Nere ist da: er war ein gefürchtete Krieger und Vater vom Grossherzog Cosimo der I. der Medici-Familie.

Museo Stibbert- Giovanni dalle Bande nere


Aber denken Sie jetzt nicht, das Museum sei nur für Kinder, ganz im Gegenteil; es ist so originell mit den vielen Sammlungen, nicht nur Waffen und Helme und Schwerte sondern auch Porzellan und Kunstglas und Gemälde: der Geschmack von Stibbert war vielseitig.


 Die Details der Einrichtung und der Dekoration sind extrem fein und preziös. Zum Beispiel dieser Kamin aus geschmückter Keramik


Die Villa (und das Museum) sind von einem grossen, wunderschönen romantischen Park umgeben.

Museo Stibbert, via Stibbert. Am Donnerstag geschlossen.

Donnerstag, 17. September 2015

Die zentrale Lage von Florenz

Florenz liegt zentral. Nicht nur mitten in Italien, sondern auch mitten in der Toskana und das ist natürlich sehr günstig.
Man braucht 60 km zu fahren und man erreicht Siena.
Mit 100 km ist man an der Küste - Viareggio zum Beispiel oder Livorno. 70 km trennen Pisa von Florenz; 80 km Lucca; Arezzo ist auch 80 km entfernt und wenn man im Winter ins Gebirge zum Skilaufen will, liegt Abetone 1,5 Stunden von hier.

Aber das, was mir am besten gefällt, ist die Moeglichkeit, direkt von der Innenstadt in wenigen Minuten das Land zu erreichen.
Das kann man schon zu Fuss machen. Ob im Norden, im Süden, im Osten liegt die schoene, toskanische Landschaft alles herum.
Wissen Sie, was ich meine? Ich meine Olivenbäume, Zypressen, alte Landhäuser.

Von meiner Gegend erreicht man z.B die Hügeln von Careggi, wie ich in einem älteren Post beschrieben habe. Auch Fiesole ist ein beliebtes Ziel, darüber habe ich schon geschrieben.



Wenn Sie mal Florenz besichtigen, sollten Sie sich Zeit nehmen und einen Spaziergang irgendwohin in der Umgebung machen.

Im südlichen Teil der Stadt ist zum Beispiel die Gegend um San Michele a Torri besonders heiter.



Zu empfehlen ist auch die Ortschaft Cercina, das liegt eher im Norden. Es ist ein Lieblingsziel für meine Spaziergänge.





Merken Sie etwas? Uberall, wo es so schoen ist, ist eine alte Pfarrkirche.


Es waren das Zentrum, sozusagen der Mittelpunkt des gemeinsamen Lebens auf dem Land damals, als die Landhäuser so isoliert waren.

Sonntag, 13. September 2015

September in Florenz

September ist ein schöner Monat hier bei uns in Florenz. Das Wetter ist normalerweise noch gut und man kann immer noch sommerliche Tage geniessen (ja, auch am Meer), gleichzeitig fängt aber das Jahr an.

Es ist so, viele finden, das Jahr würde tatsächlich im September anfangen und nicht am 1. Januar.
Es ist ziemlich wahr. Zuerst kommt man zurück aus dem Urlaub, man ist entspannt und fit.
Zurück zur Arbeit, der Alltag fängt an.
Die Schule fängt bei uns am 15. September an, also übermorgen.
Wenn man einen Kurs anfangen möchte, ist dann jetzt die Zeit: irgendwie muss man sich das ganze Jahr jetzt planen.
Was den Tourismus betrifft, ist September Hochsaison. Die Stadt wimmelt.
Neue Ausstellungen kommen in Florenz: bald wird die neue in Palazzo Strozzi aufgemacht, der Titel lautet
Bellezza divina (göttliche Schönheit).

Die Oper-Saison ist schon im Gang, Anfang Oktober fängt auch das Drama-Saison in den Theatern der Stadt.

Auf dem Land beginnen die herbstlichen Farben: die Weinlese ist schon weit. Ubrigens ist auch Zeit für schiacciata con l'uva den leckeren Kuchen, den ich hier beschreibe..


Und wie sieht es bei Ihnen aus? finden Sie auch, September sei ein wunderbarer Monat?
Ahah, ich habe natürlich vergessen... das  letzte Wunder vom September sind die FEIGEN. Ich mag Feigen, ich finde, sie sind die besten Früchte: süss, sinnlich und oft kostenlos, ja, man findet sie oft auf Spaziergängen auf dem Land